„Wir sind Brückenbauer“
- 23. Juli
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Aktualisiert: 30. Juli
Ausstellung in Reutlingen über Franzfeld und Neu-Pasua
Am 25. Juni 2026 wurde im Foyer des Ratsgebäudes in Reutlingen die Ausstellung „Wir sind Brückenbauer. Reutlingen – Schweidnitz – Franzfeld – Neu-Pasua“ eröffnet. Die Ausstellung widmet sich der Geschichte von Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg sowie den Beziehungen zwischen Reutlingen und seinen Patengemeinden.
Die Ausstellung entstand im Rahmen eines Forschungs- und Ausstellungsprojekts des Ludwig-Uhland-Instituts für Empirische Kulturwissenschaft und des Instituts für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde in Tübingen sowie des Heimatmuseums Reutlingen. Unter der Leitung von Prof. Dr. Reinhard Johler und Prof. Dr. Thomas Thiemeyer beschäftigten sich elf Studierende mit der Frage, welche Spuren Heimatvertriebene in Reutlingen hinterlassen haben und wie Erinnerungskultur über Generationen hinweg weitergegeben wird. Grundlage ihrer Arbeit waren historische Dokumente, Museumsbestände, Archivalien und Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sowie deren Nachfahren. So sind an der in der Ausstellung extra aufgebauten Hörstation Elisabeth Reder, Eva Schäfer und Rainer Jentz für Neu-Pasua und Norbert Merkle für Franzfeld zu hören.
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Patenschaften Reutlingens mit der schlesischen Stadt Schweidnitz sowie den donauschwäbischen Gemeinden Franzfeld und Neu-Pasua. Die Stadt Schweidnitz ist seit 1953 mit Reutlingen verbunden, die Patenschaften für Franzfeld und Neu-Pasua bestehen seit 1976. Diese Verbindungen zeigen, wie aus den Erfahrungen von Verlust und Neubeginn langfristige Beziehungen und kultureller Austausch entstehen konnten.
Bei der Eröffnung wurde deutlich, dass die Ausstellung nicht nur historische Ereignisse dokumentieren möchte. Sie versteht sich vielmehr als Einladung zum Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Der Begriff „Brückenbauer“ steht dabei symbolisch für Menschen, die Erinnerungen bewahren, Begegnungen ermöglichen und Verbindungen zwischen unterschiedlichen Orten und Generationen schaffen.
Die Ausstellung ist bis zum 27. September 2026 im Heimatmuseum Reutlingen zu sehen.
Von Jürgen Harich






















