Donauschwäbische Verbundenheit über den Atlantik
Die Esslinger Trachtengruppe auf USA-Tournee
Philadelphia, Cleveland, Cincinnati, St. Louis, Milwaukee und schließlich Chicago: Mehr als zwei Wochenwar die Trachtengruppe des Kreisverbandes Esslingen der Banater Schwaben vom 20. August bis 7. September 2026 in den USA unterwegs. Auf dem Programm standen zahlreiche Auftritte und Besuche bei donauschwäbischen Vereinen. Den Abschluss bildete das Landestreffen der Donauschwaben USA und Kanada in Chicago.
Die Gruppe hatte sich intensiv auf die Tour vorbereitet. Seit ihrer Gründung im Jahr 1988 wird sie von Renate Krispin geleitet und pflegt Banater Bräuche und Traditionen mit Volkstanz, Gedichten, Singspielen und weiteren Programmen. Internationale Begegnungen gehören seit Langem zur Arbeit der Gruppe.
Erste Station der Reise war Philadelphia. Dort wurde die Gruppe von den örtlichen Donauschwaben empfangen und überwiegend bei Gastfamilien untergebracht. Nach einem ersten Kennenlernen und einer Erkundung der Stadt folgte am 21. August der Auftakt der Tournee mit zwei Auftrittsblöcken.
Von Philadelphia nach Cleveland und Cincinnati
Weiter ging es nach Cleveland, wo die Gäste aus Deutschland beim Sommer-Oktoberfest auftraten. Neben dem Bühnenprogramm blieb Zeit für gemeinsame Mahlzeiten und Gespräche mit den örtlichen Donauschwaben.
In Cincinnati wurde die Gruppe im Clubhaus der Donauschwaben empfangen und präsentierte am folgenden Abend erneut ihr Programm. Dazwischen standen gemeinsame Unternehmungen auf dem Programm, darunter ein Besuch des National Air Force Museum.
Gerade die Mischung aus Auftritten und persönlichen Kontakten prägte die Reise. Durch die Unterbringung bei Gastfamilien lernten die Teilnehmer das Vereinsleben der nordamerikanischen Donauschwaben auch jenseits der offiziellen Veranstaltungen kennen.
Über St. Louis und Milwaukee nach Chicago
Nächste Station war St. Louis. Nach einem gemeinsamen Abendessen mit den Gastfamilien folgte am nächsten Tag ein weiterer Auftritt. Anschließend führte die Tour nach Milwaukee, wo ebenfalls Auftritte und gemeinsame Unternehmungen auf dem Programm standen.
Am 2. September erreichte die Gruppe schließlich Chicago. Gemeinsam mit der Tanzgruppe aus Németkér in Ungarn gestalteten die Esslinger einen Abend bei den Chicagoer Donauschwaben. Eine Stadtrundfahrt mit Besuch des Willis Tower gehörte ebenfalls zum Programm, bevor vom 4. bis 6. September der Höhepunkt und Abschluss der Reise folgte: das Landestreffen der Donauschwaben USA und Kanada.
Bereits am Freitag präsentierten die Esslinger ihr Programm auf dem Festgelände in Lake Villa. Am Wochenende folgten weitere Auftritte gemeinsam mit Gruppen aus Nordamerika und Europa. Damit bot das Landestreffen Gelegenheit, bestehende Kontakte zu pflegen und neue Verbindungen zwischen den Vereinen zu knüpfen.
Auch Jürgen Harich, Bundesvorsitzender des Bundesverbandes der Donauschwaben und Präsident des Weltdachverbandes der Donauschwaben, nahm an der USA-Tournee teil und begleitete die Begegnungen mit den donauschwäbischen Gemeinschaften in den Vereinigten Staaten und Kanada.
Tradition auf beiden Seiten des Atlantiks
Die Reise zeigte zugleich, wie donauschwäbische Traditionen in Nordamerika über Generationen weitergegeben werden. Viele Vereine pflegen bis heute Trachten, Tänze, Musik und Teile der deutschen Sprache, zugleich sind ihre Mitglieder fest in ihren jeweiligen Heimatländern verwurzelt.
Für die Esslinger Trachtengruppe bot die Tour damit nicht nur zahlreiche Gelegenheiten aufzutreten. Sie ermöglichte vor allem einen direkten Austausch mit Menschen, die ähnliche Traditionen unter anderen gesellschaftlichen und historischen Bedingungen pflegen.
Nach gut zwei Wochen und sechs Stationen trat die Gruppe am 7. September die Heimreise an. Neben zahlreichen Auftritten blieben vor allem die persönlichen Kontakte und das Wiedersehen mit den donauschwäbischen Vereinen in Nordamerika als Erinnerung an eine außergewöhnliche Tournee.
Von Jürgen Harich


