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Unsere Hochzeit in Batsch

  • 18. März
  • 1 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 26. März

Katharina Holzschuh-Manz erinnert sich 



„Verstanden hab ich nix, hab horchen müssen, dass ich an der richtigen Stelle ja sag…“

Katharina Holzschuh-Manz (1925–2021) erinnert sich an ihre Hochzeit im Jahr 1940 – sehr persönlich, mit einem feinen Blick für die Details jener Zeit und natürlich in Mundart.


Hochzeiten verliefen in den donauschwäbischen Dörfern meist nach einem festen Ablauf: Gefeiert wurde über zwei Tage, beginnend im Haus der Braut. Von dort zog die Hochzeitsgesellschaft – begleitet von einer Blaskapelle – gemeinsam zur Kirche. Katharina erzählt von diesem festlichen Umzug, bei dem die Kinder aufgeregt riefen, die Dorfhunde bellten und alle ganz fein gekleidet waren – „wie aus der Schachtel“.


Auch über die typischen Bräuche rund um die Feier berichte sie: Im Wirtshaus begrüßte das Brautpaar zunächst jeden einzelnen Gast an der Tür, bevor es selbst Platz nahm. Und beim Brauttanz durfte jeder kurz mit der Braut tanzen – allerdings nur ein paar Schritte, „denn sonst wäre es ja nimmer abgerissen, denn es waren ja so viele“.


Übrigens: Die Braut trug traditionell meist dunkle Tracht und nur selten Weiß – das setzte sich erst später durch. Der Bräutigam erschien in Schwarz, entweder in Tracht oder später auch im Anzug.


Die Tonaufnahme aus dem Mundart-Archiv des Kulturzentrum Haus der Donauschwaben in Haar wird begleitet von historischen Hochzeitsfotografien aus der Museumssammlung, aufgenommen in Futok zwischen 1905 und 1940. Ein Bild von Katharina und ihrem Mann selbst ist leider nicht erhalten.


Mit großer Sehnsucht nach ihrer verlorenen Heimat hielt Katharina Holzschuh-Manz über Jahrzehnte hinweg Erinnerungen, Dialekt und Geschichten fest. Ihre Aufzeichnungen und Tonaufnahmen sind heute eine wertvolle Quelle – und zugleich ein klingendes Stück donauschwäbischer Erinnerungskultur.


Von Ulrike Haardt


 
 
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