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Bundestrachtenfest der Donauschwaben in Moosburg

  • 28. Juli
  • 3 Min. Lesezeit

Donauschwaben feiern ihr kulturelles Erbe




Mit dem Bundestrachtenfest der Donauschwaben wurde Moosburg an der Isar für einen Tag zum Mittelpunkt der donauschwäbischen Gemeinschaft. Mehrere Hundert Gäste sowie Trachtenträgerinnen und Trachtenträger aus Deutschland, Österreich, Ungarn, Kanada und Brasilien kamen zusammen, um das kulturelle Erbe der Donauschwaben zu feiern. Trachten, Musik, Volkstanz, Gottesdienst, Trachtenumzug und zahlreiche Begegnungen prägten das Bundesfest, dessen Gastgeber der Hodschager Heimatverein Moosburg war, der zugleich seine Kirchweih feierte.


Den Auftakt bildete der Empfang der Ehrengäste am Haus der Heimat. Vertreter aus Politik, Kirche, Kultur, den donauschwäbischen Landsmannschaften sowie Delegationen der weltweiten donauschwäbischen Gemeinschaft waren der Einladung gefolgt.


In seiner Eröffnungsrede stellte Bundesvorsitzender Jürgen Harich die Bedeutung des Bundestrachtenfestes in den Mittelpunkt. Trachten seien weit mehr als festliche Kleidung, betonte er. Sie erzählten die Geschichte jener Menschen, die entlang der Donau eine neue Heimat geschaffen hätten, und stünden für Fleiß, Zusammenhalt und kulturelle Identität. Zugleich erinnerte Harich an Flucht, Vertreibung, Internierung und Entrechtung der Donauschwaben. Es sei Aufgabe der heutigen Generation, Brauchtum, Musik und Tradition zu bewahren und an junge Menschen weiterzugeben. Besonders erfreut zeigte er sich über die große Zahl an Kindern und Jugendlichen in Tracht. Sie seien der sichtbarste Beweis dafür, dass die donauschwäbische Kultur Zukunft habe. Die Donauschwaben seien seit jeher Brückenbauer zwischen den Völkern Europas.


Angeführt von den Böllerschützen Attaching zog der Festzug anschließend zur Kirche St. Pius. Dort feierte Weihbischof Wolfgang Bischof mit den Gläubigen den Pontifikalgottesdienst. In seiner Predigt erinnerte er daran, dass die Geschichte der Donauschwaben stets auch im Licht des Glaubens zu sehen sei. Vertreibung habe den Menschen zwar die Heimat genommen, nicht aber ihren Glauben, der vielen Familien Kraft für die Zeit nach Krieg und Vertreibung gegeben habe.


Im Anschluss versammelten sich die Teilnehmer am Hodschager Gedenkstein. Gemeinsam gedachten Bundesvorsitzender Jürgen Harich, die Vorsitzende des Hodschager Heimatvereins Annemarie Förster sowie die Auslandsdeutsche des Jahres Erika Rierpl der Opfer von Krieg, Flucht und Vertreibung sowie aller verstorbenen Donauschwaben. Im Beisein des BdV-Präsidenten Stephan Mayer MdB und des BdV-Landesvorsitzenden Dr. Christian Knauer wurden Kränze niedergelegt.


Beim Festabend in der Schäfflerhalle präsentierten die Donauschwäbische Trachtengruppe Gomaringen, die ungarndeutsche Volkstanzgruppe Sankt Martin, die donauschwäbische Tanzgruppe aus Windsor in Kanada sowie die Riesengebirgs-Trachtengruppe München traditionelle Tänze. Für die musikalische Begleitung sorgte die Blaskapelle „Banater Echo“ aus Spaichingen. Auffällig war das generationenübergreifende Miteinander: Kinder, Jugendliche und Erwachsene standen gemeinsam auf der Bühne und zeigten, dass das Brauchtum bis heute aktiv gelebt wird.


Die hohe Wertschätzung für die Arbeit der Donauschwaben spiegelte sich auch in der Teilnahme zahlreicher politischer Ehrengäste wider. In seinem Grußwort würdigte der stellvertretende bayerische Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger das ehrenamtliche Engagement der Heimatvertriebenen und ihrer Nachkommen. Heimatverbände hätten Zukunft, weil sie Geschichte bewahrten, Werte vermittelten und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkten. Bundesvorsitzender Jürgen Harich verlas zudem das Grußwort des Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder. Weitere Grußworte sprachen BdV-Präsident Stephan Mayer MdB, die Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene Dr. Petra Loibl sowie der Schirmherr und Bürgermeister der Stadt Moosburg, Maximilian Mader. Sie hoben insbesondere den gelungenen Generationenwechsel im Bundesverband der Donauschwaben sowie dessen Engagement und wachsende Sichtbarkeit hervor.


Ein Höhepunkt des Abends war die Ehrung von Erika Rierpl aus Ungarn als „Auslandsdeutsche des Jahres“ durch Björn Akstinat von der Internationalen Medienhilfe. Gewürdigt wurden ihre jahrzehntelangen Verdienste um die deutsche Minderheit in Ungarn sowie ihr Einsatz für Sprache, Kultur und Identität.


Auch der Bundesverband zeichnete engagierte Ehrenamtliche aus. Der Hodschager Heimatverein Moosburg erhielt für die Organisation des Bundestrachtenfestes die Bronzene Ehrennadel des Bundesverbandes mit Dankesurkunde. Bundesvorsitzender Jürgen Harich verlieh außerdem der Bundesjugendleiterin Maja Kirschenheuter die Goldene Ehrennadel des Bundesverbandes für ihr langjähriges Engagement.


Neben dem offiziellen Programm stand vor allem der persönliche Austausch im Mittelpunkt. Delegationen aus Deutschland, Österreich, Ungarn, Kanada und Brasilien nutzten das Bundestrachtenfest zum Wiedersehen, zum Austausch und zur Planung gemeinsamer Projekte. Gerade diese internationale Vernetzung prägt die donauschwäbische Gemeinschaft bis heute.


Das Bundestrachtenfest 2026 zeigte, dass die donauschwäbische Gemeinschaft Tradition und Zukunft miteinander verbindet. Bundesvorsitzender Jürgen Harich brachte dies in seiner Schlussbilanz auf den Punkt: Das Bundestrachtenfest verbinde Jung und Alt, schaffe Begegnungen über Landesgrenzen hinweg und erinnere daran, wie viel Kraft in einer lebendigen Gemeinschaft liege.


Auch Niederbayern TV berichtete ausführlich über das Bundestrachtenfest in Moosburg. Den Fernsehbeitrag finden Sie hier: „Donauschwaben: Geschichte, Tradition und das Bundestrachtenfest in Moosburg“.


Von Klaus Didio

 

 
 
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