SPIEGELUNGEN digital
- 24. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 30. Juli
Zeitschrift wird zur modernen Onlineplattform
Die SPIEGELUNGEN, die renommierte Publikation des Instituts für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) an der LMU München, geht neue Wege: Aus der gedruckten Zeitschrift wird eine moderne digitale Plattform. Bereits jetzt stehen zahlreiche Beiträge aus früheren Ausgaben im Open Access zur Verfügung. Ab 2027 werden sämtliche neuen Inhalte frei zugänglich veröffentlicht – zum Lesen, Hören und Ansehen. Ergänzt wird das Angebot durch Podcasts, Videopodcasts und weitere multimediale Formate, die Wissenschaft, Geschichte und Kultur der Deutschen in Südosteuropa zeitgemäß vermitteln.
Auch für die Donauschwaben bietet die neue Plattform unter www.spiegelungen.net einen besonderen Mehrwert. Die bewährten Ressorts Wissenschaft, Literatur und Salon bleiben erhalten und werden durch digitale Angebote ergänzt. So entsteht ein lebendiger Ort der Forschung, der Erinnerung und des Austauschs – gleichermaßen interessant für Wissenschaftler, Familienforscher und alle, die sich mit der Geschichte und dem kulturellen Erbe der Donauschwaben verbunden fühlen.
Die aktuelle Ausgabe 1/2026 widmet sich einem Thema, das viele Mitglieder des Bundesverbandes besonders ansprechen dürfte: „Archive in Serbien“. Im Mittelpunkt stehen Archive, Bibliotheken und Sammlungen in der Vojvodina mit ihren historischen Regionen Batschka, Banat und (Ost-)Syrmien – jenem Raum, der über Generationen Heimat der Donauschwaben war. Die Beiträge zeigen, welche wertvollen Quellen dort bis heute erhalten sind und welche neuen Einblicke sie in das Leben, die Kultur, die Vereine und Institutionen der deutschen Bevölkerung ermöglichen.
Thomas Dapper, stellvertretender Bundesvorsitzender des Bundesverbandes der Donauschwaben, ist mit zwei Beiträgen vertreten. Im wissenschaftlichen Schwerpunkt berichtet er in „Durch die Augen eines Forschers. Die historischen Archive im serbischen Südbanat (Pantschowa und Weißkirchen)“ von seinen Erfahrungen bei der Arbeit in den Archiven der Region und gibt nützliche Hinweise auf Quellen zur Geschichte der Donauschwaben. Im Feuilleton beleuchtet er im Beitrag „Zeitreisen im Banat“ die traditionsreichen Landschaft des südöstlichen Europa.
Auch das neue Podcast-Angebot lohnt sich. Die erste Folge der Reihe „Zeitzeugnisse“, ist der Donauschwäbin Annemarie Ackermann gewidmet. Die 1913 in Parabutsch (heute Ratkovo in der serbischen Batschka) geborene Politikerin musste 1944 ihre Heimat verlassen und wurde 1953 als erste Bundestagsabgeordnete mit donauschwäbischen Wurzeln in den Deutschen Bundestag gewählt. Der Podcast mit Ria Schneider, der Tochter vom Annemarie Ackermann, und der Autorin Dr. Gudrun Hackenberg zeichnet ihren Lebensweg nach und würdigt ihr Engagement für Demokratie, Versöhnung und die Anliegen der Heimatvertriebenen.
Mit ihrer digitalen Neuausrichtung entwickeln sich die SPIEGELUNGEN zu einer offenen Plattform für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas. Sie verbinden wissenschaftliche Forschung mit lebendiger Erinnerungskultur und schaffen somit auch einen zeitgemäßen Zugang zum historischen Erbe der Donauschwaben.
Von Jürgen Harich



