Museum der Donauschwaben in Marchtrenk feierlich eröffnet
- 26. Juli
- 3 Min. Lesezeit
Neues Haus donauschwäbischer Erinnerungskultur
Mit der feierlichen Eröffnung des Museums der Donauschwaben im oberösterreichischen Marchtrenk wurde am 3. Juli 2026 ein bedeutender Meilenstein für die donauschwäbische Erinnerungskultur gesetzt. Unter dem Leitgedanken „Erinnerung an die Zukunft“ entstand ein Ort, der die Geschichte der Donauschwaben bewahrt, ihre kulturelle Identität sichtbar macht und den Dialog mit kommenden Generationen fördert.
Zahlreiche Gäste aus Österreich, Deutschland und den USA nahmen an der feierlichen Eröffnung teil. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung vom Hornquartett unter der Leitung von Paul Kusen. Durch das Programm führte Petra Lehner vom ORF Oberösterreich.
Nach der Begrüßung durch den oberösterreichischen Landtagsabgeordneten Michael Weber richtete Paul Mahr, Landesobmann der Donauschwaben in Oberösterreich und Bürgermeister in Marchtrenk, bewegende Eröffnungsworte an die Gäste. Er hob die Bedeutung des Museums als lebendigen Ort der Begegnung hervor, an dem Geschichte nicht nur bewahrt, sondern auch vermittelt und weitergedacht werde. Das Museum solle Brücken zwischen Vergangenheit und Zukunft schlagen und insbesondere junge Menschen für die Geschichte der Donauschwaben sensibilisieren.
Anschließend erläuterten Dr. Klaus Landa, Geschäftsführer des Verbundes Oberösterreichischer Museen, der Kulturvermittlungsexperte Günther Huber sowie die Kuratorin Erika Wildmann das Konzept des neuen Museums. Die Ausstellung versteht sich bewusst nicht als statischer Erinnerungsort, sondern als modernes Haus der Erinnerungskultur, das historische Entwicklungen verständlich aufbereitet und den Dialog mit der Gegenwart sucht.
Einen besonders bewegenden Teil der Eröffnungsfeier bildeten die Zeitzeugenberichte von Katharina Weitmann und Wendelin Wesinger. Ihre persönlichen Erinnerungen machten deutlich, welche tiefen Spuren Vertreibung, Flucht und Neuanfang im Leben vieler Donauschwaben hinterlassen haben und wie wichtig die Weitergabe dieser Erfahrungen an nachfolgende Generationen bleibt. Maria K. Zugmann-Weber, Vorsitzende der Donauschwäbischen Arbeitsgemeinschaft Österreich, und Jürgen Harich, Präsident des Weltdachverbandes der Donauschwaben, betonten in ihren Beiträgen jeweils die Bedeutung des Museums für alle Generationen.
Nach einer ökumenischen Segnung durch Pfarrer Mag. Reinhard Bell und Pfarrerin Ediana Kumpfmüller wurde das Museum offiziell eröffnet und den Gästen erstmals zugänglich gemacht.
Mit dem neuen Museum verfügt die donauschwäbische Gemeinschaft in Österreich über einen weiteren bedeutenden Erinnerungsort. Es ergänzt die bestehenden Einrichtungen zur Geschichte der Donauschwaben und leistet einen wichtigen Beitrag zur historischen Bildungsarbeit.
Auszeichnung für herausragendes Engagement
Im Rahmen der Eröffnungsfeier nahm Jürgen Harich, Präsident des Weltdachverbandes der Donauschwaben, zwei besondere Ehrungen vor. Als Anerkennung für ihre langjährigen und außergewöhnlichen Verdienste um die donauschwäbische Gemeinschaft verlieh er die Goldene Ehrennadel des Weltdachverbandes der Donauschwaben an Paul Mahr und Erika Wildmann.
Mit dieser höchsten Auszeichnung würdigte der Weltdachverband zwei Persönlichkeiten, die sich über viele Jahre mit großem Engagement für den Erhalt der donauschwäbischen Geschichte, Kultur und Identität eingesetzt haben.
Paul Mahr hat als Landesobmann der Donauschwaben in Oberösterreich die Verbandsarbeit nachhaltig geprägt. Mit großem persönlichen Einsatz fördert er seit Jahren die Zusammenarbeit der donauschwäbischen Organisationen und setzt sich für die Pflege des kulturellen Erbes ebenso ein wie für den Dialog mit der Mehrheitsgesellschaft. Sein Engagement war zudem maßgeblich für die Verwirklichung des neuen Museums.
Ebenso würdigte Jürgen Harich die Verdienste von Erika Wildmann, deren wissenschaftliche und museale Arbeit entscheidend zur Entstehung des Museums beigetragen hat. Als Kuratorin entwickelte sie gemeinsam mit zahlreichen Mitwirkenden eine Ausstellung, die Geschichte anschaulich vermittelt und zugleich den Blick auf Gegenwart und Zukunft richtet. Ihr ist es gelungen, historische Quellen, persönliche Schicksale und moderne Ausstellungsgestaltung zu einem eindrucksvollen Gesamtkonzept zu verbinden.
In seiner Laudatio betonte Harich, dass beide Geehrten beispielhaft für den Einsatz vieler Ehrenamtlicher stünden, die sich seit Jahrzehnten für die Bewahrung des donauschwäbischen Erbes engagieren. Ihr Wirken reiche weit über Österreich hinaus und stärke die Zusammenarbeit der donauschwäbischen Gemeinschaft in Europa.
Das ORF drehte über das neue Museum folgenden Videoclip: Museum der Donauschwaben eröffnet in Marchtrenk - Oberösterreich heute vom 02.07.2026 - ORF ON.
Von Jürgen Harich












































