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Internationales Donaufest in Ulm und Neu-Ulm

  • 26. Juli
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 30. Juli

Markt der Donauländer



Zehn Tage lang standen Ulm und Neu-Ulm wieder ganz im Zeichen der Donau. Das Internationale Donaufest brachte Menschen aus den Ländern entlang des Flusses zusammen und machte einmal mehr deutlich, dass die Donau weit mehr ist als eine geografische Verbindung – sie ist ein gemeinsamer Kulturraum, der von Geschichte, Vielfalt und Begegnung lebt. Mit einem abwechslungsreichen Programm aus Musik, Tanz, Literatur, Ausstellungen, Diskussionsforen und kulinarischen Angeboten wurde die kulturelle Vielfalt der Donauländer eindrucksvoll erlebbar. Das Herzstück bildete erneut der „Markt der Donauländer“, auf dem sich Kultur, Handwerk und Gastronomie zu einem lebendigen Treffpunkt für Besucherinnen und Besucher aus nah und fern verbanden.


Für die Donauschwaben hatte das Donaufest auch in diesem Jahr einen besonderen Stellenwert. Als Nachfahren jener deutschen Siedler, die im 18. Jahrhundert vielfach mit den Ulmer Schachteln donauabwärts in ihre neue Heimat aufbrachen, sind sie ein unverzichtbarer Teil der Geschichte des Donauraums. Die beliebten Fahrten mit den historischen Ulmer Schachteln erinnerten eindrucksvoll an diesen historischen Aufbruch. Sie machten die Geschichte der Auswanderung lebendig und führten vielen Besucherinnen und Besuchern vor Augen, welche Bedeutung Ulm als Ausgangspunkt der donauschwäbischen Besiedlung hatte.

Ein beliebter Treffpunkt auf dem Festgelände war der Stand der Donauschwaben Ulm. Zahlreiche Gäste nutzten die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, Erinnerungen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Besonders gefragt waren die traditionellen donauschwäbischen Bratwürste, die weit über die donauschwäbische Gemeinschaft hinaus viele Besucherinnen und Besucher anzogen. Das kulinarische Angebot vermittelte ein Stück Heimat und zeigte, dass Esskultur ein wichtiger Bestandteil der Identität und des kulturellen Erbes der Donauschwaben ist. Der Stand war damit nicht nur ein gastronomischer Anziehungspunkt, sondern auch ein Ort gelebter Gastfreundschaft und des kulturellen Austauschs.


Großes Interesse fand auch das Themenzelt „Europäische Geschichte“, in dem das Donauschwäbische Zentralmuseum mit einem abwechslungsreichen Programm vertreten war. Die Ausstellung „Die Donauschwaben – Deutsche im südlichen Europa“ vermittelte anschaulich die Geschichte der Deutschen in Ungarn, Rumänien, Serbien und Kroatien – von der Auswanderung über das Zusammenleben im multiethnischen Donauraum bis hin zu Krieg, Flucht und Neubeginn. Ergänzt wurde das Angebot durch Mitmachstationen für Kinder und Erwachsene, Vorträge, Lesungen, Erzählformate sowie kreative Workshops, die Geschichte auf lebendige Weise erfahrbar machten. Damit gelang es dem Museum, historische Bildung und kulturelle Vermittlung auf eindrucksvolle Weise miteinander zu verbinden.


Neben den zahlreichen kulturellen Veranstaltungen auf den Bühnen und in den Themenzelten bot das Donaufest den Donauschwaben vor allem Gelegenheit zur Begegnung mit Gästen und Partnern aus den ehemaligen Siedlungsgebieten in Südosteuropa. Vertreter von Landsmannschaften, Heimatortsgemeinschaften und Kulturvereinen pflegten bestehende Kontakte und knüpften neue Verbindungen. Dabei wurde deutlich, dass die gemeinsame Geschichte bis heute Menschen über nationale Grenzen hinweg verbindet und ein wichtiger Baustein der europäischen Verständigung bleibt.


Besonders erfreulich war das große Interesse junger Besucherinnen und Besucher. Viele nutzten die Gelegenheit, die Geschichte der Donauschwaben nicht nur in Ausstellungen kennenzulernen, sondern auch im persönlichen Austausch mit Zeitzeugen, Vereinsvertretern und Ehrenamtlichen. Gerade diese Begegnungen tragen dazu bei, Erinnerungskultur lebendig zu halten und das historische Bewusstsein für die Bedeutung des Donauraums an kommende Generationen weiterzugeben.


Das Internationale Donaufest 2026 hat erneut gezeigt, dass kulturelle Vielfalt, gegenseitiger Respekt und grenzüberschreitende Zusammenarbeit keine abstrakten Begriffe sind, sondern durch persönliche Begegnungen mit Leben erfüllt werden. Für die Donauschwaben war das Fest weit mehr als eine kulturelle Veranstaltung. Es bot die Möglichkeit, ihre Geschichte, ihre Traditionen und ihre lebendige Kultur einem breiten Publikum zu präsentieren und zugleich ihre Rolle als Brückenbauer zwischen Ost- und Südosteuropa sichtbar zu machen.


So bleibt das Internationale Donaufest auch 2026 ein starkes Zeichen für ein friedliches Miteinander im Donauraum – und für die Donauschwaben ein Ort der Erinnerung, der Begegnung und der gemeinsamen Zukunft.


Von Jürgen Harich

 

 
 
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