Geschichte trifft Gegenwart: Vom Verlust der Heimat zu neuen Perspektiven
- 24. Apr.
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Internationales Applied Peace Network Seminar im Kosovo

Was verbindet die Geschichte der Donauschwaben mit den Kriegserfahrungen und dem Friedensprozess im Kosovo? Mehr, als es auf den ersten Blick scheint.
Am 8. April 2026 nahm das Haus der Donauschwaben Sindelfingen am internationalen Seminar des Applied Peace Network im Kosovo teil – auf Einladung des George Mason Center for Applied Peace Strategies, von Innovations in Peacebuilding International sowie des Forum for Civic Initiatives. Die Leiterin des Hauses der Donauschwaben Sindelfingen, Dr. Violeta Bakia, hielt hierzu einen Online-Vortrag über das Schicksal der Donauschwaben und dessen Bedeutung für Frieden und Verständigung in Europa.
Im Mittelpunkt standen zentrale Fragen, die bis heute migrations- und friedenspolitische Debatten prägen: Flucht, Vertreibung, Neubeginn und Integration – sowie die grundlegende Frage, wie aus kollektiver Erinnerung Verantwortung für Gegenwart und Zukunft wächst.
Besondere Aufmerksamkeit galt der Charta der deutschen Heimatvertriebenen, die als historisches und wegweisendes Dokument der europäischen Versöhnung hervorgehoben wurde. Sie zeigt, dass nachhaltiger Frieden auf klaren rechtlichen und institutionellen Grundlagen beruht. Mit dem Bundesvertriebenengesetz sowie den Patenschaften wurde ein solcher Rahmen geschaffen, getragen vom Bund, dem Land Baden-Württemberg und der Stadt Sindelfingen, die gemeinsam Verantwortung für die Bewahrung und Vermittlung des donauschwäbischen Kultur- und Geschichtserbes übernehmen.
Am Beispiel des Hauses der Donauschwaben Sindelfingen wurde deutlich, wie strukturierte Erinnerungsarbeit und lebendige Kulturpflege Brücken in die Gegenwart schlagen und über kulturelle Grenzen hinweg wirken können.
Für die Teilnehmenden aus dem Kosovo, die selbst vom Krieg betroffen waren, war der Vortrag daher weit mehr als ein historischer Rückblick: Er wurde zu einem wichtigen Impuls für den Austausch darüber, wie Gesellschaften nach Krieg und Vertreibung Wege der Annäherung finden und wie historische Erfahrungen neue Perspektiven für Frieden und Völkerverständigung eröffnen können.
Von Dr. Violeta Bakia








