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Donauschwäbischer Vertreter aus Kroatien zu Gast im Haus der Donauschwaben in Sindelfingen

  • 23. Juli
  • 2 Min. Lesezeit

Am 14. Juli besuchte Goran Beus Richembergh das Haus der Donauschwaben in Sindelfingen im Rahmen seiner Studienreise in Deutschland. Der Mitbegründer der Deutschen Gemeinschaft – Landsmannschaft der Donauschwaben in Kroatien und gewählter Vertreter der deutschen Minderheit in der Gespanschaft Zagreb informierte über die aktuelle Arbeit der deutschen Gemeinschaft in Kroatien und ihre vielfältigen Aktivitäten. Seit Jahrzehnten setzt er sich persönlich für Menschen- und Minderheitenrechte in Kroatien und Europa ein, unter anderem in seinen früheren Funktionen als Abgeordneter des kroatischen Parlaments und als Vorsitzender des Unterausschusses für Minderheitenrechte der Parlamentarischen Versammlung des Europarates.


Die Arbeit der deutschen Gemeinschaft in Kroatien umfasst neben der politischen Vertretung zahlreiche kulturelle und wissenschaftliche Projekte. Bereits 1993 wurde der internationale wissenschaftliche Kongress “Deutsche und Österreicher im kroatischen Kulturkreis" ins Leben gerufen, der seither regelmäßig stattfindet. Die Beiträge der Tagungen werden in wissenschaftlichen Sammelbänden veröffentlicht. Auch das deutschsprachige Theaterfestival feierte inzwischen sein 25-jähriges Bestehen. Das länderübergreifende Projekt bringt Schülerinnen und Schüler aus Kroatien und den Nachbarländern zusammen und dient der deutschen Sprachförderung im Donauraum. Im September wird zudem das „Haus der Deutschen“ eröffnet, das künftig eine wichtige Begegnungsstätte für die deutsche Gemeinschaft in Kroatien sein wird.


Ein weiterer Schwerpunkt der deutschen Gemeinschaft in Kroatien ist die Aufarbeitung ihrer eigenen Geschichte. Richembergh veröffentlichte hierzu zahlreiche Werke. Mehrere seiner Bücher, darunter „Deutsche, Österreicher und Kroaten“ (2010) sowie „Die Deutschen in Zagreb und Umgebung im Laufe der Jahrhunderte“ (2021), stellte er der Bibliothek des Hauses der Donauschwaben zur Verfügung, um die Dokumentation im Haus der Donauschwaben zur Geschichte der deutschen Minderheit in Kroatien zu erweitern. Derzeit arbeitet Richembergh an einer umfassend überarbeiteten Ausgabe eines biografischen Lexikons, das rund 2.500 Lebensläufe von Persönlichkeiten deutscher Herkunft enthalten soll, die die Geschichte Kroatiens mitgeprägt haben. Ein zentrales Instrument der Öffentlichkeitsarbeit und Sichtbarmachung ist zudem die zweisprachige Zeitschrift „Deutsches Wort" der deutschen Minderheit in Kroatien. Als Chefredakteur übergab Richembergh aktuelle Ausgaben der Zeitschrift an das Haus der Donauschwaben zur Erweiterung der dortigen Zeitschriftensammlung.


Im Gespräch mit Dr. Violeta Bakia, Leiterin des Hauses der Donauschwaben in Sindelfingen, standen die Geschichte der deutschen Minderheiten im Donauraum sowie aktuelle Fragen ihrer kulturellen Arbeit im Fokus. Besprochen wurden gemeinsame Projekte, Fördermöglichkeiten und die rechtlichen Voraussetzungen, unter denen die deutsche Minderheit in Kroatien ihre Arbeit organisiert. Angesichts des fortschreitenden Generationenwechsels ging es auch um die Frage, wie Erinnerungen, Sprache und Traditionen der Donauschwaben zeitgemäß bewahrt und weitergegeben werden können. Zum Abschluss des Besuchs vereinbarten Dr. Bakia und Richembergh, den Austausch fortzusetzen und gemeinsame Projekte zu entwickeln.


Begegnungen wie diese unterstreichen die Rolle des Hauses der Donauschwaben als Ort des Austausches und als Brückenbauer, der Verbindung zwischen den Donauschwaben weltweit und ihren Herkunftsregionen pflegt.


Von Dr. Violeta Bakia

 

 

 
 
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