Bundesversammlung des BdV in Berlin
Verbände beraten über die gemeinsame Arbeit für Erinnerung, Kultur und Zukunft
Am 4. September 2026 kam die Bundesversammlung des Bundes der Vertriebenen (BdV) in Berlin zusammen. Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliedsverbände berieten über die aktuellen Aufgaben der Vertriebenenarbeit und die gemeinsamen Schwerpunkte für die kommenden Jahre. Auch der Bundesverband der Donauschwaben war bei der Zusammenkunft durch die stellvertretende Bundesvorsitzende Renata Trischler vertreten.
Die Bundesversammlung ist das zentrale Gremium des BdV und bietet den angeschlossenen Landsmannschaften und Verbänden zugleich die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsame Anliegen zu beraten. Im Mittelpunkt stehen dabei seit jeher die Erinnerung an Flucht und Vertreibung, die Bewahrung des kulturellen Erbes sowie die Weitergabe der Erfahrungen der Erlebnisgeneration an jüngere Generationen.
Für die Donauschwaben besitzt diese Arbeit eine besondere Bedeutung. Die Geschichte von Flucht, Vertreibung, Internierung und Neuanfang ist Teil der eigenen Verbandsgeschichte und zugleich ein wichtiger Bestandteil der deutschen und europäischen Zeitgeschichte. Die Pflege der Erinnerung verbindet sich dabei zunehmend mit der Frage, wie das kulturelle Erbe der Heimatvertriebenen auch künftig lebendig gehalten und an nachfolgende Generationen vermittelt werden kann.
An der Spitze des BdV steht seit Oktober 2025 der Bundestagsabgeordnete Stephan Mayer. Der aus Bayern stammende Jurist ist seit vielen Jahren in der Vertriebenenarbeit engagiert und gehört seit 2008 dem Präsidium des BdV an. Seit 2025 führt er den Verband als Präsident.
Die Berliner Bundesversammlung bot damit auch Gelegenheit, die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Landsmannschaften und Vertriebenenverbänden weiter zu stärken. Gerade vor dem Hintergrund des fortschreitenden Generationenwechsels kommt dem gemeinsamen Auftreten eine wachsende Bedeutung zu. Die Anliegen der Heimatvertriebenen sollen nicht allein als Rückblick auf eine abgeschlossene Epoche verstanden werden, sondern auch als Auftrag, Geschichte zu bewahren, kulturelle Identität zu pflegen und den europäischen Gedanken weiterzutragen.
Für den Bundesverband der Donauschwaben bleibt die enge Zusammenarbeit mit dem BdV deshalb ein wichtiger Bestandteil seiner Arbeit. Die Interessen der Donauschwaben sind eng mit den übergreifenden Anliegen der deutschen Heimatvertriebenen verbunden. Zugleich bringt der Verband seine spezifische donauschwäbische Geschichte und die Erfahrungen seiner zahlreichen Orts-, Kreis- und Heimatortsgemeinschaften in die gemeinsame Arbeit ein.
Die Bundesversammlung in Berlin machte erneut deutlich: Erinnerung braucht Verantwortung – und Zukunft braucht Menschen, die bereit sind, Geschichte weiterzugeben. Gerade für die Verbände der Heimatvertriebenen liegt darin eine wichtige Aufgabe für die kommenden Jahre.
Von Renata Trischler


