Kultureinrichtungen und Landsmannschaften im Dialog
- 23. Jan.
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Begegnungstagung der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen
Mitte November verwandelte die Kulturstiftung der Deutschen Vertriebenen Bonn für drei Tage in einen lebhaften Denkraum: Vertreterinnen und Vertreter von Landsmannschaften, Kultureinrichtungen, Wissenschaft und Politik trafen sich, um über die Zukunft der Arbeit nach §96 BVFG zu diskutieren und gemeinsame Strategien zu entwickeln. Bereits seit sechs Jahren ist die Tagung ein fester Orientierungspunkt – und dieses Mal gab sie neue Impulse für aktuelle Herausforderungen.
Den Auftakt gestaltete Dr. Maria Werthan mit einem Plädoyer für verlässlichen Dialog zwischen Institutionen, Politik und Zivilgesellschaft. Digitale Grüße aus NRW und Bayern zeigten die Vielfalt der Perspektiven, von regionaler Förderung bis zu konkreten Heimatprojekten. Schnell wurde klar: Die Themen reichen von kultureller Vermittlung über Digitalisierung bis hin zu Generationenwechsel und Sichtbarkeit der Einrichtungen.
Ein Online-Impuls des BdV-Präsidenten Stephan Mayer MdB eröffnete die Diskussion über die Lage der geförderten Einrichtungen aus bundespolitischer Sicht. Es ging um Nachwuchsarbeit, regionale Sammlungen, digitale Chancen und die Frage, wie das kulturelle Erbe zukunftsfähig bleibt. Klar wurde: Vertriebenenkultur braucht stabile Rahmenbedingungen – und den Mut, neue Wege zu gehen.
Am Samstag stand die Neustrukturierung des §96 BVFG im Fokus. Dr. Bernd Fabritius, online zugeschaltet, erklärte die Zuständigkeitsverlagerung zum Bundesministerium des Innern. Die Diskussion machte deutlich, wie wichtig Transparenz, Kontinuität und langfristige Förderperspektiven sind, besonders beim digitalen Ausbau und der Zusammenarbeit mit jungen Zielgruppen. Ländervertreter aus Berlin, Hessen, Bayern und Sachsen gaben Einblicke in ihre Projekte und Herausforderungen, und schnell zeigte sich: Trotz unterschiedlicher Ausgangslagen teilen alle denselben Wunsch nach besserer Vernetzung. Besonders spannend war das Thema Virtualisierung von Heimatsammlungen – digitale Zugänge steigern Sichtbarkeit und erleichtern länderübergreifende Kooperationen.
Am Nachmittag öffnete sich der Blick nach Europa. Vertreterinnen der FUEN, AGDM und deutscher Kultureinrichtungen verdeutlichten, dass Vertriebenenkultur eng mit Minderheitenarbeit und europäischer Kulturpolitik verbunden ist. Renata Trischler, stellvertretende Bundesvorsitzende der Donauschwaben, brachte den Dialog live aus Berlin ein. Es wurde deutlich: Kulturelles Erbe kennt keine Grenzen, gemeinsame Projekte und Partnerschaften schlagen Brücken über Ländergrenzen hinweg.
Der Sonntag bündelte die Erkenntnisse: Zukunftsfähige Arbeit nach §96 BVFG braucht verlässliche Strukturen, innovative Vermittlungswege, digitale Sammlungen, Einbindung junger Menschen und klare Förderarchitektur. Die Tagung machte eindrucksvoll sichtbar, dass Tradition und Zukunft kein Gegensatz sind – sie bilden gemeinsam ein tragfähiges Fundament für die Vertriebenenkultur.
Von Klaus Didio














