Architektur und Migration
- 24. Feb.
- 2 Min. Lesezeit
Ausstellungseröffnung im Haus der Donauschwaben in Haar
Am 4. Februar wurde im Haus der Donauschwaben die Ausstellung „Architektur und Migration – Aufspüren der Erinnerungen“ feierlich eröffnet. Zahlreiche Gäste, darunter viele junge Menschen, waren gekommen, um die im Rahmen eines Masterseminars an der Technische Universität München entstandenen Arbeiten kennenzulernen.
In ihrer Eröffnungsrede betonte die Seminarleiterin Dr. habil. Regine Heß: „Migration findet zu allen Zeiten und an allen Orten statt. Eingewanderte Menschen brauchen ein Dach über dem Kopf und die Perspektive zu siedeln.“ Architektur sei dabei weit mehr als das Errichten von Gebäuden. Wer bauen dürfe, entscheide sich zu bleiben – und schaffe Grundlagen für die nächste Generation. „Wer baut, der bleibt“, so ein zentraler Gedanke des Abends.
Die zehn internationalen Studierenden präsentierten ihre Poster und kamen mit den Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch. Die Themen spannten einen weiten Bogen: von der Bautradition der Donauschwaben in alter und neuer Heimat über vernakuläre Architektur und Fragen des Gemeinschaftsverlusts bis hin zu alevitischen Kulturzentren, islamischen Begräbnisstätten und migrantischen Restaurants in München. Auch das bauliche Erbe von Saisonniers in Genf sowie die nomadische Baukultur der Samen in Norwegen wurden thematisiert.
Besonders bewegend waren jene Projekte, die sich direkt mit der donauschwäbischen Geschichte auseinandersetzten. Zwei Studierende führten im Vorfeld Zeitzeugeninterviews im Haus. Ihre Gespräche mit Anna Maistrowitsch und Martin Pertschy flossen in die Posterarbeiten ein. Deutlich wurde dabei, wie sehr Architektur von Notwendigkeit, Zusammenarbeit und gegenseitiger Unterstützung geprägt war – und wie Siedlungen zu sichtbaren Zeichen von Neubeginn und gemeinsamer Widerstandskraft wurden.
Ein weiterer Akzent lag auf der Rolle der Frauen. Anhand von Recherchen und persönlichen Gesprächen wurde herausgearbeitet, wie selbstverständlich Frauen als Bauarbeiterinnen, Hauspflegerinnen, Gestalterinnen und Trägerinnen des Alltags wirkten – und damit Räume schufen, die weit über das rein Bauliche hinausgingen.
Die Ausstellung ist noch bis 4. März 2026 im Haus der Donauschwaben in Haar zu sehen. Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag, 10.00–16.00 Uhr.
Von Gabriele Schilcher




















