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Erinnerung und Auftrag 

  • 26. Apr.
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 29. Apr.

Jahresempfang des Bundes der Vertriebenen in Berlin




In Zeiten wachsender geopolitischer Spannungen und neuer Fluchtbewegungen erhält die Erinnerung an Vertreibung und Versöhnung eine besondere Aktualität. Beim traditionellen Jahresempfang des Bund der Vertriebenen(BdV) am 21. April 2026 in der Katholischen Akademie in Berlin wurde genau diese Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart eindrucksvoll sichtbar.


Zahlreiche Gäste aus Politik, Gesellschaft und den Landsmannschaften folgten der Einladung. Unter ihnen auch der Bundesvorsitzende der Donauschwaben, Jürgen Harich, der gemeinsam mit seinen Stellvertretern Renata Trischler und Thomas Dapper die Interessen der Donauschwäbischen Landsmannschaft vertrat.


Bereits beim Empfang zeigte sich, dass die Veranstaltung weit mehr ist als ein formeller Termin im Kalender: Sie ist ein Forum für Begegnung, für politische Abstimmung – und für das Knüpfen neuer Netzwerke.


Klare Worte zur Erinnerungskultur

Den Auftakt des Abends gestaltete BdV-Präsident Stephan Mayer. In seiner Ansprache betonte er die Grundpfeiler der Verbandsarbeit und formulierte zugleich einen politischen Anspruch: „Erinnerung, Verständigung und Zukunft – auf diesen Säulen beruht die Arbeit des BdV.“ Zugleich dankte Mayer der Bundesregierung für deren Unterstützung und hob die Rolle der Vertriebenenverbände als tragende Säule der deutschen Erinnerungskultur hervor. Ihr Beitrag zur Verständigung in Europa sei heute wichtiger denn je.


„Nichts Historisches, sondern Gegenwart“

Den Höhepunkt des Abends bildete die Festrede von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt. Sichtlich bewegt zeigte er sich über die Bezeichnung als „Bundesvertriebenenminister“ – ein Titel, den Mayer ihm im Rahmen der Veranstaltung zuschrieb.

Dobrindt nutzte seine Rede, um die Relevanz des BdV deutlich zu unterstreichen: „Der BdV ist nichts Historisches, sondern etwas Gegenwärtiges.“

Mit Nachdruck warnte er davor, das Schicksal der deutschen Vertriebenen und das erfahrene Unrecht dem Vergessen preiszugeben. Erinnerung und Dokumentation seien unverzichtbar – nicht nur als historische Pflicht, sondern als Grundlage für Versöhnung und einen stabilen Frieden in Europa.


Austausch als politisches Signal

Nach dem offiziellen Teil verlagerte sich der Schwerpunkt auf persönliche Gespräche. In zahlreichen Begegnungen wurden bestehende Kontakte vertieft und neue Kooperationen angestoßen. Auch die Vertreter der Donauschwaben nutzten die Gelegenheit, um ihre Anliegen einzubringen und Impulse für die zukünftige Verbandsarbeit mitzunehmen.

Der Jahresempfang machte damit einmal mehr deutlich: Die Arbeit der Vertriebenenverbände ist keineswegs ein abgeschlossenes Kapitel der Geschichte. Sie bleibt Teil eines aktuellen gesellschaftlichen Diskurses – über Erinnerung, Identität und die Verantwortung für ein friedliches Europa.


Von Jürgen Harich



 
 
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