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Ausstellungseröffnung in Sindelfingen

  • vor 5 Tagen
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Aktualisiert: vor 1 Tag

„Ungehört – die Geschichte der Frauen“




Am Donnerstag, 12. März 2026, wurde im Haus der Donauschwaben in Sindelfingen die Sonderausstellung „Ungehört – die Geschichte der Frauen“ feierlich eröffnet. Zahlreiche Gäste aus nah und fern waren gekommen, um sich mit einem bislang wenig beleuchteten Aspekt der Geschichte auseinanderzusetzen: der weiblichen Perspektive auf Flucht, Vertreibung und Integration nach dem Zweiten Weltkrieg, die in der allgemeinen historischen Darstellung lange Zeit zu wenig Beachtung fand.


Die Ausstellung wurde vom Haus des Deutschen Ostens in München konzipiert und richtet den Blick gezielt auf die Erfahrungen von Frauen, die infolge von Krieg und Vertreibung ihre Heimat in Ost- und Südosteuropa verlassen mussten. Im Mittelpunkt stehen sechs Zeitzeuginnen aus unterschiedlichen Regionen des östlichen Europas. Ihre Lebenswege durch Kriegs- und Nachkriegszeit zeigen sowohl gemeinsame Erfahrungen als auch individuelle Besonderheiten – stellvertretend für die vielen deutschen Frauen, die ihre Heimat verloren und sich in einer neuen Umgebung ein Leben aufbauen mussten.


Unter den porträtierten Frauen befindet sich auch die Donauschwäbin Ria Schneider. Ihre Biografie steht exemplarisch für die Erfahrungen vieler Vertriebener aus der Region der Batschka (heute Serbien). Besonders bemerkenswert ist dabei auch ihr familiärer Hintergrund: Sie ist die Tochter von Annemarie Ackermann, einer der ersten weiblichen Bundestagsabgeordneten der Bundesrepublik Deutschland. Die Lebensgeschichte von Ria Schneider verbindet persönliche Erinnerungen an Flucht und Neuanfang mit einem familiären Umfeld, das früh politisches und gesellschaftliches Engagement prägte. Damit eröffnet ihr Porträt einen vielschichtigen Blick auf die Herausforderungen, aber auch die Gestaltungskraft von Frauen in der Nachkriegszeit.


Die Gäste wurden von Raimund Haser MdL, Vorsitzender des Hauses der Donauschwaben, begrüßt. In seiner Ansprache betonte er die Bedeutung, die Perspektiven von Frauen stärker in die Erinnerungskultur einzubeziehen, da ihre Erfahrungen von Flucht und Neubeginn über lange Zeit im Hintergrund standen.


Die Einführung in die Ausstellung übernahm Patricia Erkenberg vom Haus des Deutschen Ostens in München. Sie erläuterte das Konzept der Ausstellung und stellte die biografischen Zugänge vor, über die Besucherinnen und Besucher die Lebensgeschichten der sechs porträtierten Frauen kennenlernen können.


Für die musikalische Umrahmung der Eröffnungsfeier sorgte die Pianistin Albertina Song von der Schule für Musik, Theater und Tanz (SMTT) Sindelfingen.


Im Anschluss an das offizielle Programm führte Patricia Erkenberg die Gäste durch die Ausstellung und gab vertiefende Einblicke in die dargestellten Lebenswege.

Die Ausstellung ist noch bis zum 31. Mai 2026 im Haus der Donauschwaben in Sindelfingen zu sehen und lädt dazu ein, sich mit den Stimmen und Erfahrungen jener Frauen auseinanderzusetzen, deren Geschichten lange Zeit kaum gehört wurden.


Von Jürgen Harich



 
 
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