top of page

Ein Rhythmus – viele Heimatgeschichten

  • 19. März
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 26. März

Tanzseminar in Würzburg begeistert Teilnehmende



Drei Tage voller Musik, Bewegung und gelebter Tradition: Das Tanzseminar „Ein Rhythmus – viele Heimatgeschichten“, organisiert von der Deutschen Banater Jugend und der Sudetendeutschen Jugend, wurde zu einem besonderen Erlebnis für alle Beteiligten.


Rund 40 Tänzerinnen und Tänzer aller Altersstufen kamen in der Jugendherberge Würzburg zusammen, um gemeinsam zu tanzen, voneinander zu lernen und kulturelle Vielfalt aktiv zu erleben. Schon beim Ankommen beeindruckte das Ambiente: Die Jugendherberge, hoch über der Stadt gelegen, bot einen herrlichen Ausblick über Würzburg und schuf damit den perfekten Rahmen für ein Wochenende voller Gemeinschaft und Inspiration.


Es eröffnete sich ein weiter Blick über Würzburg, der vor allem bei klarem Wetter seinen ganzen Zauber entfaltete. Der Main schlängelte sich ruhig durch die Stadt und verlieh dem Panorama eine besondere Ruhe, während sich die Dächer der Altstadt dicht aneinanderreihten.


Dieser Ausblick lud immer wieder dazu ein, kurz innezuhalten, durchzuatmen und die Eindrücke des Tages auf sich wirken zu lassen – ein perfekter Gegenpol zum lebendigen Treiben auf der Tanzfläche, vor allem bei den sommerlichen Temperaturen, die sich an diesem Wochenende nach einem langen und grauen Winter zeigten.


Das Seminar erstreckte sich über drei Tage und fand in der Aula der Schule statt, die an die Jugendherberg angeschlossen ist – bei bestem Wetter, das die gute Stimmung zusätzlich unterstrich. In intensiven Proben und Workshops wurden Tänze einstudiert, verfeinert und mit viel Freude gemeinsam umgesetzt. Dabei stand nicht nur die Technik im Mittelpunkt, sondern auch das Verständnis für die kulturellen Hintergründe der einzelnen Tänze.


Vertreten waren verschiedene Landsmannschaften, darunter die Banater Schwaben, Sudetendeutschen, Donauschwaben, Siebenbürger und Egerländer. Diese Vielfalt spiegelte sich auch im Programm wider: Unterschiedliche Tanzstile, Rhythmen und Traditionen verschmolzen zu einem lebendigen Miteinander, das den Titel des Seminars eindrucksvoll zum Leben erweckte.


Die Donauschwaben beteiligten sich mit einem eigenen Workshop am Seminarprogramm. Da im Vorfeld der Anreise nicht genau abzusehen war, über welchen tänzerischen Erfahrungsschatz die Teilnehmenden verfügen, entschied man sich bewusst für eine ausgewogene Auswahl. Präsentiert wurden zwei Tänze von Josef Wenczel: Zum einen das „Schwabenfest“, ein zugänglicher Kreistanz, der mit seinen sich wiederholenden Figuren einen idealen Einstieg bot und schnell für gemeinsame Erfolgserlebnisse sorgte. Zum anderen wurde mit dem „Oberkrainer“ ein deutlich anspruchsvollerer Tanz vorgestellt, der durch sein höheres Tempo, ungarische Elemente und zahlreiche Platzwechsel bestach. Gerade diese Dynamik brachte spürbar Schwung in die Gruppe und sorgte für eine mitreißende, lebendige Atmosphäre im Saal.


Ziel des Seminars war es, gemeinsam traditionelle Tänze der einzelnen Gruppen zu erlernen und so einen Einblick in die vielfältigen kulturellen Hintergründe zu gewinnen. Im Mittelpunkt stand dabei nicht nur das tänzerische Können, sondern vor allem das Miteinander und der Austausch zwischen den Teilnehmenden.


Auch abseits der Workshops kam die Gemeinschaft nicht zu kurz: In den Abendstunden wurde gemeinsam musiziert, getanzt und bei dem ein oder anderen Kartenspiel viel gelacht. Diese ungezwungenen Momente rundeten das Seminar perfekt ab und trugen dazu bei, dass aus einem Tanzwochenende ein echtes Gemeinschaftserlebnis wurde.


Spannend war dabei auch zu beobachten, wie unterschiedlich selbst grundlegende Elemente ausgeführt werden. So zeigte sich beispielsweise beim Polkaschritt, dass jede Landsmannschaft ihre eigene Ausprägung pflegt: Während die Egerländer einen „klassischen“ Polkaschritt tanzten, war bei den Banater Schwaben und Donauschwaben das sogenannte „Zeppln“ zu sehen – eine lebendigere, federnde Variante, die den Tänzen einen ganz eigenen Charakter verleiht. Gerade solche Unterschiede machten den Austausch besonders interessant und bereicherten das gemeinsame Lernen.


Neben den tänzerischen Einheiten blieb auch ausreichend Zeit für Austausch und gemeinsames Erleben. Neue Freundschaften wurden geknüpft, bestehende Kontakte vertieft und die gemeinsame Leidenschaft für Tanz und Kultur gestärkt.


Das Seminar hat einmal mehr gezeigt, wie verbindend Musik und Tanz wirken können – über Generationen und Herkunft hinweg. „Ein Rhythmus – viele Heimatgeschichten“ war nicht nur ein Motto, sondern wurde an diesem Wochenende spürbar gelebt.


Ein herzliches Dankeschön gilt allen Organisatorinnen und Organisatoren sowie den engagierten Teilnehmenden, die dieses Wochenende zu etwas ganz Besonderem gemacht haben.


Von Maja Kirschenheuter


 
 
bottom of page