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Ausstellungseröffnung „Atlantis – Versunkene Welten“

  • 20. März
  • 2 Min. Lesezeit

Donauschwäbisches Zentralmuseum Ulm




Am 5. März 2026 eröffnete das Donauschwäbische Zentralmuseum (DZM) in Ulm die Sonderausstellung „Atlantis – Versunkene Welten“. Zahlreiche Gäste aus Kultur, Wissenschaft und der donauschwäbischen Gemeinschaft nahmen an der Veranstaltung teil, die sich den Spuren verschwundener Orte in Europa widmet.


DZM-Direktor Tamas Szalay begrüßte die Anwesenden und betonte die Bedeutung der Ausstellung für die europäische Erinnerungskultur. Grußworte sprachen zudem Iris Mann, Bürgermeisterin der Stadt Ulm und Vorstandsvorsitzende des Museums, sowie Prof. Dr. Elisabeth Tietmeyer, Direktorin des Museums Europäischer Kulturen Berlin, die insbesondere die internationale Zusammenarbeit hervorhoben. In die Ausstellung führte Kuratorin Andrea Vandor ein.


Die Ausstellung, die vom 6. März bis 20. September 2026 zu sehen ist, thematisiert den Verlust zahlreicher Siedlungen in Europa im 20. und 21. Jahrhundert. Bereits beim Rundgang wird deutlich: Im Mittelpunkt stehen nicht nur historische Fakten, sondern vor allem Spuren, Brüche und das Fortwirken von Erinnerung.


„Atlantis“ ist Teil einer internationalen Ausstellungsreihe, die sich mit verschwundenen Siedlungen in Südosteuropa befasst. Im Fokus stehen Orte, in denen einst Deutsche oder andere Minderheiten lebten – kulturell vielfältige Gemeinschaften, die heute nicht mehr existieren. Die Gründe für ihr Verschwinden sind vielfältig: politische Umbrüche, Vertreibungen, wirtschaftliche Veränderungen, demografischer Wandel oder Naturkatastrophen. Gemeinsam ist ihnen der tiefgreifende Einschnitt im Leben ihrer Bewohnerinnen und Bewohner.


Besonders prägend sind die großformatigen Fotografien von Frank Gaudlitz. Seine Arbeiten zeigen keine spektakulären Ruinen, sondern stille, eindringliche Szenen: überwucherte Häuser, verfallene Kirchen und Landschaften, die sich das Verlassene zurückholen. Ergänzt werden sie durch historische Aufnahmen, persönliche Zeugnisse, Objekte sowie Klanginstallationen. So entsteht ein vielschichtiger Zugang zur Vergangenheit, der Fakten mit emotionaler Erfahrung verbindet.


Die Ausstellung entstand in enger Kooperation mit der Koordinierung Ostmittel- und Südosteuropa am Museum Europäischer Kulturen sowie mit Partnern aus Rumänien, Serbien, Slowenien, Kroatien und Ungarn. Gerade für die donauschwäbische Gemeinschaft ist diese Perspektive zentral: Viele der dargestellten Orte sind eng mit ihrer Geschichte verbunden. Die Ausstellung macht deutlich, dass Erinnerung eine gemeinsame europäische Aufgabe ist.

Die Eröffnung entwickelte sich zu einem eindrücklichen Abend des Austauschs. Gespräche zwischen den Generationen zeigten, wie präsent die Erinnerung an die verlorenen Orte bis heute ist. Mit „Atlantis – Versunkene Welten“ setzt das Donauschwäbische Zentralmuseum ein klares Zeichen: Verschwundene Orte bleiben Teil der Geschichte – und erinnern daran, kulturelles Erbe und Vielfalt bewusst zu bewahren.


Von Jürgen Harich




 
 
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